Review – Watchmen – The End is Nigh

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Zeitgleich zum Filmstart bietet Warner Interactive ab sofort die erste Episode des Spiels Watchmen – The End is Nigh zum Download an. Dieser Test basiert auf der PS3-Version, ein kurzer Vergleich mit der Demo für die Xbox 360 hat nur geringe Unterschiede gezeigt, sodass ich mich einfach mal für die günstigere Version entschieden habe ;-).

Wie schon das Comic und der Film grenzt sich das gesamte Setting vom bunten Comic-Feeling eines Spider-Mans oder der X-Men deutlich ab und hat eine düstere Grundstimmung, die man so bisher nur aus den aktuellen Batman-Verfilmungen kennt. Zwischen den insgesamt sechs Kapiteln wird die Story in animierten Comic-Panels erzählt, die im klassischen 4-Farb-Look der Original-Comics gehalten sind. Während des Spiels erwarten den Spieler immer wieder sarkastische Kommentare der Helden, die auch in der deutschen Version im sehr gut synchronisierten englischen Original (mit optionalen deutschen Untertiteln) belassen wurden.

Erzählt wird nicht nur einfach die Geschichte des Comics bzw. des Films, sondern eine Vorgeschichte, die in den 70er Jahren spielt und damit einen zusätzlichen Einblick in die Hintergründe des (Anti)Superhelden-Teams gewährt.   Die zwei spielbaren Charaktere – Rorschach und Nite Owl – spielen sich nicht nur unterschiedlich, es ändern sich teilweise auch die Level-Pfade  Rorschach ist eher der Mann fürs Grobe und kann Waffen wie Schlagstöcke, Brecheisen oder Baseball-Schläger als Argumentationsverstärker nutzen, die er den Gegnern abnimmt.. Nite Owl dagegen verwendet Gadgets wie Granaten und Elektro-Schocks. Auch im defensiven Bereich finden sich Unterschiede: Rorschach rollt behände unter den Attacken der Schläger hindurch, während Nite Owl klar auf direkte Konter setzt.

Das Gameplay ist im positiven Sinne klassisch und herrlich Old School und erinnert an die Klassiker des Street-Brawl-Genres wie Streets of Rage, Final Fight und Co. Horden von üblen Gesellen stürzen sich auf die Spielfiguren, die sich schlagkräftig ihrer Haut erwehren müssen. Prinzipiell gibt es dafür zwei verschiedene Grundschläge. Außerdem gibt es Konter-Moves, Würfe sowie Spezial-Attacken, die auf dreierlei Weise ausgelöst werden können. Zunächst kann man mit dem richtigen Timing einzelne Schläge zu effektiven Kombos verbinden, die auch für Beat’Em’Up-Anfänger wie mich recht schnell gelingen. Hat man die Hinterhof-Ganoven lange genug bearbeitet, gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, Finishing Moves zu starten, für die – ähnlich wie bei God of War – eingeblendete Tasten gedrückt werden müssen. Danach geht es dann ziemlich rabiat zur Sache, vor allem Rorschach geizt hier nicht mit imposanten Knochenbrechern, die schon beim Zuschauen wehtun. Als letzte Variante gibt es dann noch Spezial-Attacken, die mit Hilfe der „Zorn-Leiste“ ausgelöst werden. Diese lädt sich durch Angriffe auf und sorgt per  Rammattacke, Stun-Granate usw. für heftige Kopfschmerzen beim gegnerischen Gesindel. Für jeden Charakter gibt es ca. 15 verschiedene Attacken und Special-Moves, die nach und nach freigeschaltet werden.

Zwischendurch muss noch der eine oder andere Schalter gedrückt oder in Fallout 3-Manier ein Schloss geknackt werden, ins komplizierte Rätselraten oder Wegsuchen artet es aber nie aus.

Die zwei wählbaren Charaktere lassen es erahnen: Es gibt einen Koop-Modus geben, in dem zwei Spieler per Splitscreen an einer Konsole gemeinsam für Ruhe und Ordnung in der Unterwelt sorgen können.

Sowohl vom Umfang als auch von der Technik her spielt WTEIN klar in einer Riege mit anderen High-Class-Download-Games wie Wipeout HD oder Portal – Still Alive und ist nicht nur ein kleiner Arcade-Happen für zwischendurch und gewinnt definitiv den Vergleich mit Vollpreis-Versoftungen wie Iron Man oder Transformers.

Grafisch punktet das Spiel vor allem durch coole Spezial-Effekte wie Hitzeflimmern und Spiegelungen auf dem regennassen Asphalt der dunklen Gassen.

Auf beiden Konsolen gibt es als Anreiz einige Achievements bzw. Trophies zum Freispielen. Schade, dass es keine Highscore-Liste gibt, die hervorragend zum Arcade-lastigen Gameplay passen würde und immer mal wieder für eine schnelle Runde motivieren würde.

Wer also wie ich noch überlegt, ob er mit dem Anschauen des Films wartet, bis der vermutlich deutlich längere Director’s Cut erscheint, kann sich die Zeit schon mal perfekt mit dem Spiel vertreiben.

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~ von rupickman - März 6, 2009.

3 Antworten to “Review – Watchmen – The End is Nigh”

  1. […] – Watchmen: The End is Nigh Test // Xbox 360 /// Eurogamer.de Review – Watchmen – The End is Nigh Waste of Bytes Und hier zwei Reviews zu dem Spiel. Ich habs mir heute geholt, macht ziemlich viel Spass, die […]

  2. ich habs nur kurz angezoggt und werds auch weitertesten, aber ich hätte hier ein relativ niederschmetterndes Review erwartet.
    klar, die SidescrollerBeat’Em Ups vom SNES sind Kult, aber auch da unterschied man:
    geht das Gameplay schnell? wechseln sich die Levels vom Aufbau genügend ab?

    WTEIN macht einen großen Fehler: als NiteOwl zumindest (ich ahne ma auch, dasses beim andern Typen genauso is) laufen die Bewegungen nen Zacken zu langsam ab.
    die Story beginnt langweilig und es gibt quasi in den Levels nix zu sammeln – das was man einsacken kann (neue Fähigkeiten) liegt meist im Wege des roten Fadens. so scheints bei den ersten paar zu sein jedenfalls.
    springen kann man auch nich – allgemein erschrak ich bei der Steuerungs… *räusper* -„vielfalt“

    das Spiel lohnt sich nich wirklich.
    SNES gut und schön, aber den anspruchsvollen Reiz eines BionicCommando-remakes hats eben nich!
    außerdem sindn paar Jahre vergangen, der Anspruch gestiegen..

    VORSICHT also beim Kauf.
    wer kloppen will und das ne Weile ohne viel Abwechslung mit etwas zu hohem Gegneraufkommen kann: loslegen.
    wer aber n abwechslungsreiches Gameplay mit guter Story sucht: PFOTEN WEG, ABER SOWAS VON!

  3. @Paddy: Natürlich kann man das Game nicht mit richtigen Full-Games vergleichen… aber für den Preis ist das Spiel sehr sehenswert und außerdem doch recht umfangreich. die Steuerung fand ich aber besonders gelungen, ich weiß nicht, was Dich daran stört. Und bei einem Beat Em Up kannst Du jetzt auch nicht soo extrem viel Story erwarten, ehrlich gesagt.

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