Review: Street Fighter IV

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Die Legende ist endlich zurück: Fast ganze zehn Jahre ist es her, dass der letzte Teil der wahnsinnig erfolgreichen Street Fighter-Reihe erschien, von denen manche bis heute als die besten Beat Em Ups aller Zeiten gelten dürfen. Nach wahnsinnig viel Vorab-Hype um das neue Spiel, betitelt schlicht Street Fighter IV (die schon an der Grenze zur totalen Absurdität wandelnden Titel wie Street Fighter EX Plus Alpha oder Street Fighter Alpha III: Double Upper, die immer neue Namenszusätze einführten gehören nun hoffentlich der Vergangenheit an), haben wir für euch das Game mal genauer unter die Lupe genommen und ausführlich angesehen. Ob es sein Geld wert ist, erfahrt ihr im folgenden Review.

Zu den zentralen Fragen gehört und gehörte bei Street Fighter natürlich immer auch die Frage danach, welche und wie viele Charaktere zu sehen und zu spielen sein werden. Für manche mag es enttäuschend klingen, was Street Fighter IV in dieser Hinsicht mitbringt: Lediglich Ryu, Ken, Dhalsim, Chun Li, Cammy, Balrog, Guile, Sagat, M. Bison, Blanka, Vega, E. Honda und Zangief sind an altbekannten Gesichtern an Bord. Dazu kommen in der Konsolenversion Gen, Akuma, Cammy, Dan, Fei-Long und Rose. Die vier neuen Figuren sind der übergewichtige Rufus, der Mexikaner Luchardo El Fuerte, die Spionin C. Viper und der Martial Arts-Experte Abel. Außerdem steht mit Seth ein mächtiger neuer Bossgegner in den Startlöchern. Für ein Spiel aus dieser Reihe sind das recht wenige Figuren, aber das Back-to-the-roots- und Neustart-Potential des neuen Games ist mit dieser Auswahl sehr gut geglückt. Von den richtigen Klassikern fehlt kein einziger, die Figuren wirken ganz gut ausbalanciert und die, die nicht dabei sind, waren zum großen Teil eher Ausgeburten eben jener exotischen Teile, auf die oben schon verwiesen wurde. Die vier neuen Charaktere fügen sich hingegen wirklich gut in das Ensamble ein und machen eine gute Figur.

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Grafisch glänzt SF IV an allen Ecken und Enden: Das Spiel sieht herausragend aus. Capcom hat es tatsächlich geschafft, das alte Cartoon-Feeling von Street Fighter in eine sehr, sehr schöne 3d-Version zu giessen, die einerseits Retro-Feeling aufkommen lässt, andererseits aber technisch absolut up to date ist. Vor allem in Bewegung lässt das Spiel Münder offen stehen, denn die Animationen sind wirklich top. Gespart wurde hingegen wieder einmal am Sound: Ein paar dudelige bis schlechte Sounds in Schleife, ein paar ganz nette Melodien, die Soundeffekte und die Sprachausgabe hingegen wirken sehr solide.

Wer schon einmal einen Teil der Serie gespielt hat, wird sich bei Street Fighter IV fast blind zurechtfinden: Die Steuerung ist aus den alten Teilen bekannt, auch Neulinge finden sich, man merkt schnell, dass das den Entwicklern wichtig war, recht schnell zurecht. Man kann direkt einsteigen in dem Kampf, der trotz der imposanten Grafik in seinem Kern nach wie vor derselbe wie bei einem 2d-Prügler ist. Moves und Aktionen in den Raum hinein sind nicht möglich, und das, möchte man hinzufügen, ist auch gut so, denn funktioniert hat eben das bei richtigen Beat Em Ups trotz einiger spannender Experimente (Wargods kommt sofort in den Sinn) nie. Natürlich macht das Spielprinzip auch im Einzelspielermodus viel Laune, mit der Möglichkeit, zusätzliche Charaktere freizuspielen, richtig genial wird Street Fighter IV aber wie immer erst im Zweispielermodus mit Freunden an der heimischen Konsole. Nicht neu, aber von größerer Bedeutung sind inzwischen die Combo-Attacken: Die sich mit Treffern aufladenden Energie- und Revenge-Leisten kündigen die Möglichkeit zu verschiedenen Combo-Angriffen an, die ausgeführt werden können, wenn beide aufgeladen sind. Die Steuerung in der Praxis muss dabei allerdings etwas bemängelt werden: Es ist nicht immer einfach, die Special Moves mit den Controllern von PS3 und Xbox 360 exakt auszuführen, weil die Steuerkreuze zum Teil zu schwammig sind. Das kann zu Problemen führen, denn der Schwierigkeitsgrad des Spiels nicht gerade niedrig: Die Gegner können schonmal plötzlich in Combo- und Spezialattackenketten übergehen, bei denen man als mittelbegabter Spieler nur noch ungläubig staunt.

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Fazit: Street Fighter IV ist trotz kleinerer Mängel das definitive Beat Em Up der aktuellen Konsolengeneration und setzt die Messlatte wirklich hoch. Capcom hat es geschafft, alles, was die früheren Spiele herausragend und besonders machte, in auf das neue Spiel zu übertragen: Das Gameplay und vor allem die Grafik wurden behutsam modernisiert, aber dennoch bleibt das Feeling ganz typisch Street Fighter. Der hohe Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass sich auch die Hardcore-Spieler nicht so schnell langweilen.

Dass es schlussendlich „nur“ ein sehr gutes, nicht aber ein herausragendes Game geworden ist, liegt nicht in erster Linie an den kleinen Fehlern des Games, sondern daran, dass man eigentlich alles schon kennt und es dem Genre keine neuen Impulse hinzufügen kann. Eine perfekte Neuauflage, aber keine Revolution.

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~ von rupickman - März 3, 2009.

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